Ihre Erinnerungen an die Rennen in St.Wendel

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Kommentare: 8
  • #1

    Bernd Bouillon (Donnerstag, 05 April 2012 15:55)

    Hier können Sie Ihre Erinnerungen an damals posten usw.

  • #2

    Heinz Dupont (Donnerstag, 17 Mai 2012 11:32)

    St. Wendel, Samstag 6. Mai 1961. Das Training der 250er Klasse läuft auf Hochtouren. Da kommt Jim Redman mit Fullspeed Richtung Bahnhof.Dann ein plötzliches Herunterschalten, 5.4.3.2. Gang. Jim schiebt das linke Bein hinter der Verkleidung heraus und zeigt an, dass er am Bahnhof links herausfahren möchte. Jim hielt an und lehnte seine Honda RC 162 gegen ein Verkehrsschild am Bahnhofsvorplatz. Mein Kollege Willi sagte
    scherzhaft: „ Redman geht sich in den Bahnhof eine Bahnfahrkarte einkaufen.“ Dann rannten wir Jungs zu Jim und baten um Autogramme. Jim hatte aber für uns keine Zeit. Er machte seine Lederkombi auf und kramte dort eine Netztasche heraus. Dann marschierte er in die Bahnhofs-bäckerei. Mit einer vollen Netztasche frischer Brötchen ging Jim an seine Honda, legte die volle Netztasche mit frischen Brötchen hinter die Verkleidungsscheibe, ließ sich von uns Jungs ein paar Meter anschieben und verschwand dann winkend in langsamen Tempo und ohne uns ein Autogramm zu geben Richtung Unterführung und Fahrerlager. Heinz Dupont

  • #3

    Jürgen Werner (Dienstag, 22 Mai 2012 16:43)

    Es dürfte 1961 oder 1962 gewesen sein, das Rennen in St.Wendel stand vor der Tür. Ich hatte in der Woche zuvor ein paar neue Schuhe bekommen. Ich machte mich Samstags nach der Schule auf um zu Fuß von Hirstein nach St.Wendel zu latschen. Natürlich mit meinen neuen Schuhen. Die waren so eng und haben wahnsinnig gedrückt, sodaß ich ab Baltersweiler über die "Baltersweiler Ebene" meine Schuhe in die Hand nahm und auch meine Socken auszog. Dort oben von der "Ebene" hörte man schon das dröhnen der Motorräder, meine Füße waren von da an vergessen. Ich hatte nur noch eins im Sinn, so schnell wie möglich an die Rennstrecke zu kommen. Dass ich von Hirstein nach St.Wendel zu Fuß latschte hatte ja seinen Grund, Geld für den Bus hatte ich nicht, das galt natürlich auch für den Eintritt an der Rennstrecke. Ich hab mich dann vom Bahnhof durch den Park zur Böschung an der Blies entlang bis zur Unterführung an der Fausenmühle gemogelt. Dort standen wir dann mit 3 oder 4 Jungs und fieberten den Rennfahrern entgegen. Nach einiger Zeit tuckerte uns durch die Unterführung eine Maschine entgegen und blieb direkt vor uns stehen (Motorschaden oder ähnliches) Ich hab fast in die Hose geschissen, ein roter Helm mit einem weisen Kreuz, das war Luigi Taveri. Heute würde ich sagen "Ich glaub ich bin im falschen Film". Ich durfte seine Maschine festhalten während er am Motor fummelte. Das ganze dauerte etwa 5 Minuten. Darauf hin durften wir ihn anschieben und weg war er wieder. Das sind jetzt über 50 Jahre her aber für mich ein unvergessliches Erlebnis. Fragt mich nicht, wie ich zu Fuß wieder nach Hirstein kam, da hat kein Schuh mehr gedrückt und kein Fuß weh getan. ICH HATTE LUIGI TAVERIS MASCHINE HALTEN DÜRFEN !

  • #4

    Rudi Brill (Dienstag, 27 November 2012 16:09)

    Vom Motorradvirus gepackt

    Es war ein Sonntagmorgen im April 1950.Mein Vater war nach zehn Jahren Krieg und Gefangenschaft wegen seiner Kriegsleiden vom Arzt zur Kur geschickt worden.Meine Mutter und ich waren während dieser Zeit an den Wochenenden bei meiner Oma zu Gast.Ich ging an diesem besagten Sonntag wie gewohnt zur hl.Messe.Vor der Kirche standen wie immer die Männer und die es noch werden wollten und unterhielten sich laut und deutlich.Heute stand aber ein Thema im Raum von dem ich noch nie etwas gehört hatte nämlich,Motorradrennen und Allerburg.Mit beiden Begriffen konnte ich überhaupt nichts anfangen und deshalb stellte ich meine Ohren auf Empfang und versuchte mich schlau zu machen.Nach einer Weile hatte ich begriffen um was es dabei ging und wo die Sache stattfinden sollte.Ein etwas älterer Junge aus der Nachbarschaft meiner Oma sagte dann zu mir:Der Vitus nimmt mich auf seiner NSU mit zur Allerburg das ist nicht so weit weg von hier.Ab diesen Worten gingen bei mir im Kopf alle Rädchen rund und hörten nicht mehr auf sich zu drehen.Ich bekam vom Gottesdienst überhaupt nichts mit.Der Vitus war der Freund meines Onkels und ich wollte ihn fragen,ob er mich nicht auch mitnehmen könnte.Als dann endlich die hl.Messe zu Ende war rannte ich so schnell ich konnte das kurze StückNachhause um den Vitus fragen zu können.Beim Haus angekommen mußte ich auch noch dringenst zum Abort der wie üblich hinter dem Haus stand.Während dieser Sitzung hörte ich die NSU vom Vitus am Haus vorbei knattern.Sch....e aus der Traum vom Motorradrennen auf der Allerburg der Vitus und der andere Rudi waren weg.Wutentbrannt wollte ich ins Haus gehen und siehe da,da stand ein wunderschönes Fahrrad bei uns an der Hausfront angelehnt das dem zukünftigen Mann meiner Tante gehörte und er es meiner Tante vorführen wollte.In diesem Moment hat mich der Teufel geritten.Ich aufs Fahrrad und ab in Richtung Dorfmitte.Mit Fahrrädern umgehen konnten wir Jungens alle denn wir hatten uns aus alten Schrottfahrrädern die durch die Kriegseinwirkungen genügend vorhanden waren die tollsten Fahrzeuge zusammen. Gebastelt.Aus alten Pickhammerschläuchen die in fast jedem Bergmannshaushalt verwendung fanden haben wir uns die Reifen gebaut die mit Schießdraht auf den Felgen verzurrt wuden das ging wunderbar nur bei jeder Umdrehung gab es am Stoß wo die Enden zusammen kamen einen kleinen Hopser.Im Ort an der Hauptkreuzung herrscht mehr Verkehr als sonst Sonntags.Fahrräder,Motorräder,ab und zu ein PKW,ja sogar ein Auto mit Pritsche und einige Leute drauf passierten die Kreuzung.Weil wir in Alsweiler wohnten kannte ich den Weg dorthin,Winterbach kannte ich auch weil meine Tante mit ihrer Familie da wohnte wars mir nicht fremd.Dort an der Kirche wartete ich einige Minuten bis wieder ein Fahrzeug kam dem schloß ich mich an.Der nächste Ort war Bliesen,nie gehört den Namen,ebensowenig Oberthal und Güdesweiler.Auf einmal bekam ich es doch mit der Angst zu tun aber die Straße zum nächsten Ort der Namborn hieß, war steil abschüssig und ich dachte mir hier fährst du noch runter und dann fahr ich zurück.Ruckzuck war ich in Namborn und da dachte ich mir Menschenskind es kann doch nicht mehr weit sein bis zur Allerburg.Am Ortsaugang mußte man eine Eisenbahnunterführung passieren und auf einmal hinter der nächsten Kurve hörte man Motorengeräusche die immer lauter wurden und mein Herz klopfte mir bis zum Hals.Ich wußte,hier bin ich richtig.Die Rennen hatten zwar schon begonnen, ich suchte mir einen guten Platz und schaute voller Begeisterung und mit ganz heissen Wangen dem Treiben zu .Auf einmal kam mir zum Bewußtsein was ich mir erlaubt hatte und ich malte mir aus wie und wo meine Mutter mich suchte.Und dann kamen die Gerspanne,ach du lieber Gott sowas konnte man nicht glauben,daß sowas möglich ist.Vor lauter Begeisterung hatte ich meine Mutter auch wieder vergessen,aber die Namen Oswin Zimmer,Jupp Wolf,Kurt Backhaus,Georg Sollorz und besonders das Ehepaar Regitz aus Neunkirchen sind mir bis heute ein Begriff.Nachdem ich einige Rennen gesehen hatte,kamen wieder die Gewissensbisse und ich machte mich schleunig auf den Nachhausewg den ich ja nun ohne Probleme wiederfand.Zuhause angekommen hat meine Mutter mir nach allen Regeln der Kunst den Hintern versohlt mit den Worten komm ich geb dir Allerburg und den Rest der Woche hast du Hausarrest.Bei meinem zukünftigen Onkel mußte ich mich für den Fahrraddiebstahl entschuldigen aber mir war das alles egal.Ich war auf der Allerburg und habe Motorradrennen gesehen und hab mir einen unbeschreiblichen Virus eingefangen den ich bis heute nicht mehr losgeworden bin,Gott sei Dank.

    Rudi Brill





  • #5

    Bernd Bouillon (Freitag, 30 November 2012 13:45)

    Ich war etwa 12 Jahre alt, sah im Fahrerlager Paddy Driver, der ein Handtuch um die Schulter hatte und im Begriff war die Dusche aufzusuchen.
    Paddy sah ja markant aus mit seinem Bärtchen, so dass ich ihn natürlich sofort erkannte. Ich rief ihm zu "Hallo Paddy" - Paddy schaute zu mir rüber und winkte.
    Kleine Geste, aber für immer in Erinnerung!

  • #6

    Werner Hautz (Dienstag, 08 Januar 2013 22:17)

    Scenen, die ich niemals vergesen werde.
    Ich war etwa 10 Jahre alt und mit Vaters Mercedes Benz 170 und meinem Zwillingsbruder unmittelbar direkt an die Rennstrecke in St. Wendel gefahren. Zunächst durften wir Kinder stehend auf den Sitzen durchs Schiebedach nach den Rennmaschinen schauen, was uns aber nicht genügte. Nach langem Betteln konnten wir dann direkt an der "Piste" im Gras sitzen. Dort fuhren die Gespanne direkt an unseren Füßen vorbei, wobei der tolle Geruch der Maschinen mir heute noch, wie damals, in der Nase steckt. Lange ist´s her, aber vergessen kann ich das niemals, was bereits damals "hautnah" in St. Wendel geboten wurde. Etliche Namen der damaligen Favoriten - auch die von Weltmeistern - klingen mir heute noch in den Ohren, als wenn´s erst vor kurzem gewesen wäre. Danke an die MCW´ler, dass man das alles wieder einmal hautnah erleben darf.

  • #7

    Schmeiser Karlheinz (Mittwoch, 19 Februar 2014 17:46)

    Die "Großen Preise des Saarlandes" werden mir ewig in Erinnerung bleiben. Ab dem 6.Lebensjahr mit dem Gr0ßvater morgens im 6 Uhr von Oberbexbach 20 Minuten zu Fuß zum Bahnhof Bexbach, mit dem Zug nach Oberlinxweiler, dann zur Strecke. Einmal war das Renneb total verregnet, die Wiesen bei Start und Ziel nur noch Schlamm. Trotzdem unvergesslich, der Klang der dumpf dröhnenden NSU, BMW, Norton und wie sie hießen. Die hell kreischenden Zweitakter von DKW, MZ und natürlich die Kreidler. Diese Eindrücke haben mich geprägt. Beim 1. Oldtimerrennen in St.Wendel gab es sofort wieder die berühmte Gänsehaut, die immer wieder da, wenn die Motoren dröhnen. Jungs, bleibt bloß bei eurer Veranstaltung. Wenn es ohne Eintritt nicht mehr geht, dann macht trotzdem weiter.

  • #8

    Karin Wilke geb. Monz (Mittwoch, 27 August 2014 23:25)

    Mein Vater Willi Monz war bei den Rennen bis 1964 zuständig für den Streckenaufbau. Als gelernter Zimmermann baute er für die Renntage die Überführungsbrücke vom Bahnhof über die Mommstraße und zimmerte auch einmal eine Bude für die Presseleute. Diese entstand zuhause bei uns im Hof auf der Concordia und meine Schwestern und ich (Jg. 1949, ich 1951 +1954) nutzten sie bis zur Fertigstellung als Spielhäuschen. Die Bude, die ich heute noch zeichnen könnte, wurde dann später mit Balthasars Kohlewagen zum Start und Ziel gebracht. Ich war oft mit Papa unterwegs. Die Strohballen zur Streckensicherung wurden zwischen den Rennen für ein Jahr immer bei uns in der Nähe auf einem Grundstück vom Transportunternehmer August Schneider zwischengelagert. Darin zu spielen war auch ein großes Abenteuer, allerdings auch verboten. Ich erinnere mich auch an die Ausflüge, z. B. nach Luxemburg oder Heidelberg. Als Mädchen war ich nicht so rennbegeistert, deshalb begrenzen sich meine Erinnerungen eher an diese Randgeschichten. Aber die letzten 3 Rennen - da war ich dann 11 bis 13 Jahre - habe ich am Start und Ziel, teilweise sogar von der Tribüne aus verfolgt.